Erste Immobilie kaufen: Der komplette Leitfaden für 2026

    Kaufprozess
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    Schritt-für-Schritt Anleitung für den Kauf Ihrer ersten Immobilie. Von der Budgetplanung bis zum Notartermin - alle wichtigen Schritte verständlich erklärt.

    15 Min. Lesezeit
    19.9.2025

    Das Wichtigste in Kürze

    • Solide Planung ist alles: Beginnen Sie mit einem ehrlichen Kassensturz. Planen Sie mindestens 20-30% des Kaufpreises als Eigenkapital ein.
    • Nebenkosten nicht vergessen: Rechnen Sie mit 9-15% des Kaufpreises an zusätzlichen Kosten für Steuern, Notar und Makler.
    • Der Prozess ist ein Marathon: Von der ersten Suche bis zum Einzug können 6-12 Monate vergehen. Geduld ist entscheidend.
    • Dokumente sind entscheidend: Prüfen Sie alle Unterlagen zur Immobilie sorgfältig, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
    • Förderungen nutzen: Prüfen Sie staatliche Unterstützung wie die KfW-Förderung für günstigere Konditionen.

    Einleitung: Der Traum vom Eigenheim

    Der Kauf der ersten eigenen Immobilie ist ein monumentaler Meilenstein im Leben – aufregend, aber auch komplex und voller potenzieller Fallstricke. Für viele Menschen ist es die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens, die jahrzehntelange Auswirkungen hat.

    Um Ihnen den Weg ins Eigenheim zu ebnen, haben wir diesen umfassenden Leitfaden erstellt. Wir führen Sie Schritt für Schritt von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe und zeigen Ihnen, wie Sie typische Anfängerfehler vermeiden und Ihren Traum sicher und solide verwirklichen.

    Die gute Nachricht vorweg: Das Marktumfeld 2025 mit stabilisierten Preisen und moderaten Zinsen bietet bessere Bedingungen für Käufer als in den Vorjahren. Die Zeit ist günstig für den Einstieg in den Immobilienmarkt.


    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025

    Autor: Redaktion WohnWert24 | Immobilienexperten mit langjähriger Erfahrung


    Teil 1: Die Vorbereitung – Bin ich bereit für eine Immobilie?

    Bevor Sie mit der Immobiliensuche beginnen, sollten Sie sich ehrlich fragen: Bin ich wirklich bereit für diesen Schritt?

    1.1 Persönliche Voraussetzungen prüfen

    Lebensplanung:

    • Wo möchten Sie in 5-10 Jahren leben?
    • Ist Ihr Arbeitsplatz sicher und langfristig?
    • Planen Sie Familienzuwachs oder andere große Veränderungen?
    • Sind Sie bereit, sich langfristig zu binden?

    Finanzielle Stabilität:

    • Haben Sie ein sicheres, regelmäßiges Einkommen?
    • Ist Ihr Arbeitsverhältnis unbefristet?
    • Haben Sie Schulden, die Sie zuerst abbezahlen sollten?
    • Verfügen Sie über Rücklagen für Notfälle?

    Zeitliche Ressourcen:

    • Haben Sie Zeit für Besichtigungen, Behördengänge und Vertragsverhandlungen?
    • Können Sie sich um Instandhaltung und Reparaturen kümmern?
    • Sind Sie bereit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen?

    1.2 Mieten vs. Kaufen – Was macht für Sie Sinn?

    Nicht für jeden ist der Immobilienkauf die beste Entscheidung. Prüfen Sie die Vor- und Nachteile:

    Aspekt Mieten Kaufen
    Flexibilität ✅ Hoch - einfacher Umzug ❌ Niedrig - Verkauf aufwendig
    Kosten kurzfristig ✅ Niedrige Einstiegskosten ❌ Hohe Anfangsinvestition
    Kosten langfristig ❌ Miete steigt kontinuierlich ✅ Abbezahlt = mietfrei wohnen
    Vermögensaufbau ❌ Kein Eigentum ✅ Wertsteigerung möglich
    Instandhaltung ✅ Vermieter zahlt ❌ Eigentümer zahlt
    Gestaltungsfreiheit ❌ Eingeschränkt ✅ Vollständig frei
    Altersvorsorge ❌ Miete auch im Alter ✅ Mietfreies Wohnen im Alter

    Faustformel: Kaufen lohnt sich in der Regel, wenn Sie:

    • Mindestens 10 Jahre am selben Ort bleiben möchten
    • 20-30% Eigenkapital haben
    • Die monatliche Rate problemlos tragen können
    • Langfristig Vermögen aufbauen möchten

    1.3 Der Kassensturz – Wie viel Immobilie können Sie sich leisten?

    Dies ist der wichtigste Schritt, um Enttäuschungen zu vermeiden. Seien Sie dabei schonungslos ehrlich.

    Schritt 1: Eigenkapital ermitteln

    Zählen Sie alle verfügbaren Mittel zusammen:

    • Sparguthaben, Tagesgeld, Festgeld
    • Aktien-Depots, Fonds, ETFs
    • Bausparverträge (Guthaben)
    • Lebensversicherungen (Rückkaufswert)
    • Verwandtendarlehen (schriftlich vereinbart)

    Wichtig: Ziehen Sie eine eiserne Reserve von 3-6 Monatsgehältern für Notfälle ab. Der Rest ist Ihr potenzielles Eigenkapital.

    Ziel: Sie sollten mindestens die Kaufnebenkosten (9-15%) und idealerweise weitere 10-20% des Kaufpreises als Eigenkapital haben. Also insgesamt 20-30%.

    Beispiel:

    • Kaufpreis: 400.000 €
    • Nebenkosten (12%): 48.000 €
    • Zusätzliches Eigenkapital (20%): 80.000 €
    • Erforderliches Eigenkapital: 128.000 €

    Schritt 2: Monatliche Belastbarkeit berechnen

    Erstellen Sie eine detaillierte Haushaltsrechnung:

    Einnahmen (Netto) Betrag (Beispiel)
    Gehalt Person 1 3.000 €
    Gehalt Person 2 2.500 €
    Sonstige Einkünfte 200 €
    Summe Einnahmen 5.700 €
    Ausgaben Betrag (Beispiel)
    Lebenshaltung (Essen, Kleidung) 1.200 €
    Auto/Mobilität 400 €
    Versicherungen 250 €
    Telekom/Internet 100 €
    Freizeit/Hobbys 300 €
    Urlaub (monatlich) 200 €
    Rücklagen/Sparen 300 €
    Sonstiges 200 €
    Summe Ausgaben 2.950 €

    Verfügbar für Immobilienrate: 2.750 €

    Wichtig: Die monatliche Rate sollte maximal 40% des Nettohaushaltseinkommens betragen. Bei 5.700 € wären das 2.280 €. Planen Sie konservativ!

    Schritt 3: Maximalen Kaufpreis berechnen

    Mit Eigenkapital und monatlicher Rate können Sie Ihren maximalen Kaufpreis ermitteln:

    Faustformel:

    • Maximaler Kaufpreis = (Monatliche Rate × 12 × 100) / (Zinssatz + Tilgung)

    Beispiel:

    • Monatliche Rate: 2.000 €
    • Zinssatz: 3,5%
    • Tilgung: 2%
    • Maximaler Kaufpreis: (2.000 × 12 × 100) / 5,5 = 436.364 €

    Nutzen Sie unseren Budgetrechner für eine präzise Berechnung.

    💰 Kostenlose Finanzierungsberatung

    Finden Sie heraus, wie viel Immobilie Sie sich leisten können:


    Teil 2: Die Immobiliensuche – Finden Sie Ihr Traumobjekt

    Jetzt beginnt der spannende Teil: die Suche nach Ihrer Traumimmobilie.

    2.1 Prioritäten definieren

    Erstellen Sie eine Liste mit Ihren Anforderungen und teilen Sie diese in drei Kategorien:

    Muss-Kriterien (nicht verhandelbar):

    • Lage (Stadt/Region)
    • Mindestanzahl Zimmer
    • Maximaler Kaufpreis
    • Maximale Entfernung zum Arbeitsplatz

    Soll-Kriterien (wichtig, aber verhandelbar):

    • Balkon/Terrasse
    • Garten
    • Garage/Stellplatz
    • Baujahr
    • Energieeffizienz

    Kann-Kriterien (schön zu haben):

    • Einbauküche
    • Kamin
    • Sauna
    • Dachterrasse

    Seien Sie kompromissbereit. Die perfekte Immobilie, die alle Wünsche erfüllt, gibt es selten.

    2.2 Immobilientyp wählen

    Eigentumswohnung:

    • ✅ Günstiger als Haus
    • ✅ Weniger Instandhaltungsaufwand
    • ✅ Oft zentrale Lage
    • ❌ Hausgeld (200-400 €/Monat)
    • ❌ Eigentümergemeinschaft (Mitsprache)
    • ❌ Weniger Privatsphäre

    Einfamilienhaus:

    • ✅ Maximale Privatsphäre
    • ✅ Garten
    • ✅ Keine Eigentümergemeinschaft
    • ❌ Teurer
    • ❌ Hoher Instandhaltungsaufwand
    • ❌ Oft außerhalb der Stadt

    Reihenhaus/Doppelhaushälfte:

    • ✅ Kompromiss zwischen Wohnung und Haus
    • ✅ Kleiner Garten
    • ✅ Moderater Preis
    • ❌ Nachbarn direkt nebenan
    • ❌ Eingeschränkte Gestaltungsfreiheit

    Neubau vs. Bestandsimmobilie:

    Aspekt Neubau Bestandsimmobilie
    Preis Höher Niedriger
    Energieeffizienz Sehr gut (KfW 40/55) Oft schlechter
    Instandhaltung 10+ Jahre keine Kosten Sofort Kosten möglich
    Gestaltung Mitsprache möglich Fertig
    Verfügbarkeit Wartezeit 1-2 Jahre Sofort
    Förderung KfW-Förderung möglich Nur bei Sanierung

    2.3 Lage bewerten

    Die Lage ist das wichtigste Kriterium für Wertentwicklung und Lebensqualität.

    Makrolage (Stadt/Region):

    • Wirtschaftsstarke Region?
    • Bevölkerungsentwicklung (wachsend/schrumpfend)?
    • Infrastruktur (Verkehr, Bildung, Gesundheit)?
    • Arbeitsmarkt?

    Mikrolage (Stadtteil/Straße):

    • Anbindung ÖPNV (max. 10 Min Fußweg)?
    • Einkaufsmöglichkeiten (max. 5 Min)?
    • Schulen/Kitas (falls relevant)?
    • Ärzte, Apotheken?
    • Grünflächen, Parks?
    • Lärmbelastung (Straße, Flughafen, Gewerbe)?
    • Nachbarschaft (besuchen Sie die Gegend mehrmals)?

    Tipp: Besuchen Sie die Lage zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen. Sprechen Sie mit Anwohnern.

    2.4 Wo suchen?

    Online-Portale:

    • ImmobilienScout24, Immowelt, eBay Kleinanzeigen
    • Regionale Portale
    • Vorteil: Große Auswahl
    • Nachteil: Hohe Konkurrenz

    Immobilienmakler:

    • Haben oft exklusive Objekte
    • Kennen den lokalen Markt
    • Vorteil: Professionelle Beratung
    • Nachteil: Provision (3,57% geteilt)

    Tipp: Nutzen Sie den Makler-Finder von WohnWert24, um seriöse Makler in Ihrer Region zu finden.

    Netzwerk:

    • Familie, Freunde, Kollegen informieren
    • Aushänge in Supermärkten
    • Lokale Zeitungen

    Direkte Ansprache:

    • In Ihrer Wunschgegend nach "Zu verkaufen"-Schildern suchen
    • Eigentümer direkt ansprechen

    2.5 Die Besichtigung – Mehr als nur ein erster Eindruck

    Nehmen Sie zu Besichtigungen immer eine zweite Person, eine Checkliste und einen Fotoapparat mit.

    Checkliste Besichtigung:

    Außenbereich:

    • Zustand der Fassade (Risse, Feuchtigkeit?)
    • Dach (Alter, Zustand?)
    • Fenster (Alter, Dichtigkeit?)
    • Balkon/Terrasse (Zustand?)
    • Garten (Pflege, Größe?)

    Innenbereich:

    • Raumaufteilung praktisch?
    • Helligkeit (Fenster, Ausrichtung)?
    • Zustand Böden, Wände, Decken?
    • Feuchtigkeit (Keller, Badezimmer)?
    • Heizung (Alter, Typ, Verbrauch)?
    • Elektrik (Anzahl Steckdosen, Alter)?
    • Sanitär (Zustand, Alter)?

    Bei Eigentumswohnungen zusätzlich:

    • Zustand Treppenhaus?
    • Zustand Gemeinschaftsflächen?
    • Nachbarn (Lärm)?
    • Hausgeld (Höhe, Rücklagen)?

    Fragen an Verkäufer/Makler:

    • Warum wird verkauft?
    • Wie lange steht die Immobilie zum Verkauf?
    • Welche Sanierungen wurden durchgeführt?
    • Welche Sanierungen stehen an?
    • Wie hoch sind die Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser)?
    • Gibt es Baumängel oder Schäden?

    Tipp: Machen Sie Fotos und Notizen. Nach mehreren Besichtigungen verschwimmen die Eindrücke.

    🏠 Kostenlose Immobilienbewertung

    Sie haben eine Immobilie gefunden? Prüfen Sie, ob der Preis angemessen ist:


    Teil 3: Die Prüfung – Alle Dokumente auf den Tisch

    Wenn Sie eine Immobilie ernsthaft in Betracht ziehen, fordern Sie alle relevanten Unterlagen an und prüfen Sie diese sorgfältig.

    3.1 Unverzichtbare Dokumente

    1. Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate):

    • Wer ist der Eigentümer?
    • Gibt es Lasten (Hypotheken, Grundschulden)?
    • Gibt es Rechte Dritter (Wegerechte, Wohnrechte)?

    2. Energieausweis (gesetzlich vorgeschrieben):

    • Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?
    • Energieeffizienzklasse (A+ bis H)?
    • Erwartete Heizkosten?

    3. Bauzeichnungen und Grundrisse:

    • Stimmen die Angaben zur Wohnfläche?
    • Sind alle Räume eingezeichnet?

    4. Wohnflächenberechnung:

    • Nach welcher Norm berechnet (DIN 277, Wohnflächenverordnung)?
    • Stimmt die Fläche mit Ihren Messungen überein?

    5. Baubeschreibung (bei Neubauten):

    • Welche Materialien werden verwendet?
    • Welche Ausstattung ist Standard, was ist extra?

    6. Nachweise über Sanierungen und Modernisierungen:

    • Wann wurde was saniert?
    • Gibt es Garantien/Gewährleistungen?
    • Rechnungen und Belege?

    Bei Eigentumswohnungen zusätzlich:

    7. Teilungserklärung:

    • Was ist Gemeinschafts-, was Sondereigentum?
    • Welche Nutzungsrechte gibt es (Garten, Keller, Dachboden)?
    • Gibt es besondere Regelungen?

    8. Protokolle der letzten 3 Eigentümerversammlungen:

    • Welche Sanierungen stehen an?
    • Wie hoch sind die Kosten?
    • Gibt es Streit in der Gemeinschaft?
    • Wie ist die Stimmung?

    9. Wirtschaftsplan und Hausgeldabrechnungen:

    • Wie hoch ist das monatliche Hausgeld?
    • Wie viel Rücklage gibt es?
    • Gibt es Sonderumlagen?

    10. Hausordnung:

    • Welche Regeln gibt es?
    • Sind diese für Sie akzeptabel?

    3.2 Gutachten und Expertenmeinungen

    Bei älteren Immobilien oder Unsicherheiten sollten Sie Experten hinzuziehen:

    Baugutachter/Sachverständiger:

    • Prüft Bausubstanz, Schäden, Mängel
    • Kosten: 500-1.500 € (je nach Größe)
    • Lohnt sich bei Immobilien über 200.000 €

    Energieberater:

    • Prüft Energieeffizienz
    • Empfiehlt Sanierungsmaßnahmen
    • Kosten: 300-800 €

    Architekt:

    • Prüft Umbaumöglichkeiten
    • Erstellt Kostenschätzung
    • Kosten: nach Aufwand

    Tipp: Die Kosten für Gutachten sind gut investiertes Geld. Sie können Ihnen teure Überraschungen ersparen.


    Teil 4: Die Finanzierung – Das beste Angebot finden

    Mit den Unterlagen der Wunschimmobilie gehen Sie nun in die konkrete Finanzierungsphase.

    4.1 Finanzierungsarten

    Annuitätendarlehen (Standard):

    • Gleichbleibende monatliche Rate
    • Rate setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen
    • Tilgungsanteil steigt, Zinsanteil sinkt
    • Am weitesten verbreitet

    Volltilgerdarlehen:

    • Kredit wird während der Zinsbindung komplett getilgt
    • Höhere monatliche Rate
    • Keine Anschlussfinanzierung nötig
    • Planungssicherheit

    Variables Darlehen:

    • Zinssatz passt sich alle 3 Monate an
    • Jederzeit kündbar
    • Risiko: Zinsen können steigen
    • Nur für Spezialfälle

    KfW-Darlehen:

    • Zinsgünstige Förderkredite
    • Für energieeffiziente Immobilien
    • Bis zu 150.000 € pro Wohneinheit
    • Kann mit normalem Kredit kombiniert werden

    Mehr zu KfW-Förderungen finden Sie in unserem separaten Ratgeber.

    4.2 Wichtige Finanzierungsparameter

    1. Eigenkapital:

    • Mindestens 20-30% empfohlen
    • Je mehr, desto bessere Konditionen
    • Vollfinanzierung möglich, aber teurer

    2. Zinssatz:

    • Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, nicht den Sollzins
    • Aktuelle Zinsen (Dezember 2025): 3,3-3,6% für 10 Jahre
    • Mehr zur Zinsentwicklung 2025/2026

    3. Zinsbindung:

    • 5, 10, 15, 20 oder 25 Jahre
    • Empfehlung: Mindestens 15 Jahre
    • Längere Bindung = mehr Sicherheit, leicht höherer Zins

    4. Tilgung:

    • Mindestens 2%, besser 3-4%
    • Höhere Tilgung = kürzere Laufzeit, weniger Zinsen
    • Bei niedrigen Zinsen: Höhere Tilgung wählen!

    5. Sondertilgungen:

    • 5-10% pro Jahr kostenlos vereinbaren
    • Ermöglicht schnellere Rückzahlung
    • Wichtig bei erwarteten Geldzuflüssen

    6. Bereitstellungszinsen:

    • Zinsen für nicht abgerufenes Geld
    • Typisch: 0,25% pro Monat nach 3-6 Monaten
    • Wichtig bei Neubauten

    4.3 Finanzierungsangebote vergleichen

    Holen Sie Angebote von mehreren Quellen ein:

    Hausbank:

    • Ihre Sparkasse, Volksbank, Großbank
    • Vorteil: Persönlicher Kontakt
    • Nachteil: Oft nicht die besten Konditionen

    Direktbanken:

    • ING, DKB, Comdirect
    • Vorteil: Oft günstigere Zinsen
    • Nachteil: Kein persönlicher Kontakt

    Bausparkassen:

    • Schwäbisch Hall, Wüstenrot
    • Vorteil: Planungssicherheit
    • Nachteil: Oft höhere Zinsen

    Finanzierungsvermittler:

    • Interhyp, Dr. Klein, WohnWert24
    • Vorteil: Vergleich von 500+ Banken
    • Nachteil: Keine (kostenlos für Kunden)

    Vergleichen Sie:

    • Effektiven Jahreszins
    • Zinsbindung
    • Sondertilgungsmöglichkeiten
    • Tilgungssatzwechsel möglich?
    • Bereitstellungszinsen
    • Bearbeitungsgebühren (sollten 0 € sein)

    Tipp: WohnWert24 vergleicht für Sie kostenlos die Konditionen von über 500 Banken und findet die optimale Finanzierung für Ihre Situation.

    4.4 Finanzierungszusage

    Nach Prüfung Ihrer Unterlagen erhalten Sie eine Finanzierungszusage (auch Finanzierungsbestätigung).

    Wichtig:

    • Gültig meist 3-6 Monate
    • Noch kein verbindlicher Vertrag
    • Benötigen Sie für Kaufvertragsverhandlungen
    • Zeigt Verkäufer, dass Sie zahlungsfähig sind

    🤝 Professionelle Finanzierungsberatung

    Lassen Sie sich von unseren Experten unterstützen:


    Teil 5: Der Kaufvertrag und Notar

    Ist die Finanzierung gesichert, wird der Kaufvertrag aufgesetzt.

    5.1 Der Notar – Neutrale Instanz

    Ein Notar ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Er:

    • Agiert als neutrale Instanz
    • Prüft die rechtliche Wirksamkeit
    • Klärt beide Parteien über Rechte und Pflichten auf
    • Beurkundet den Vertrag
    • Veranlasst Eigentumsumschreibung im Grundbuch

    Kosten: Ca. 1,5-2% des Kaufpreises (gesetzlich festgelegt)

    Ablauf:

    1. Verkäufer beauftragt Notar (oder beide einigen sich)
    2. Notar erstellt Kaufvertragsentwurf
    3. Entwurf wird Ihnen zugeschickt
    4. Sie prüfen Entwurf (mindestens 2 Wochen Zeit)
    5. Notartermin wird vereinbart
    6. Vertrag wird vorgelesen und unterzeichnet

    5.2 Kaufvertrag prüfen

    Lesen Sie den Vertragsentwurf in Ruhe und prüfen Sie:

    Vertragsparteien:

    • Sind alle Daten korrekt?
    • Bei Ehepartnern: Beide als Käufer eingetragen?

    Kaufgegenstand:

    • Grundstück korrekt beschrieben (Flurstück, Größe)?
    • Gebäude korrekt beschrieben?
    • Was gehört zum Kauf (Einbauküche, Möbel)?
    • Was gehört nicht dazu?

    Kaufpreis:

    • Höhe korrekt?
    • Zahlungsmodalitäten klar?
    • Fälligkeit?

    Gewährleistung:

    • Wird die Immobilie "wie besichtigt" verkauft?
    • Gibt es Garantien für Sanierungen?
    • Gibt es bekannte Mängel?

    Besonderheiten:

    • Gibt es Wegerechte, Wohnrechte?
    • Gibt es Altlasten?
    • Gibt es Denkmalschutz?

    Tipp: Lassen Sie den Vertrag von einem Anwalt prüfen, wenn Sie unsicher sind (Kosten: 300-600 €).

    5.3 Der Notartermin

    Ablauf:

    1. Notar liest Vertrag vollständig vor (dauert 1-2 Stunden)
    2. Notar erklärt alle Klauseln
    3. Sie können Fragen stellen
    4. Bei Einverständnis: Unterschrift beider Parteien
    5. Vertrag ist rechtskräftig

    Wichtig: Mit der Unterschrift sind Sie gebunden. Überstürzen Sie nichts!

    5.4 Nach dem Notartermin

    1. Auflassungsvormerkung:

    • Notar trägt Vormerkung ins Grundbuch ein
    • Schützt Sie vor Weiterverkauf
    • Dauert 2-4 Wochen

    2. Grunderwerbsteuer:

    • Sie erhalten Bescheid vom Finanzamt
    • Zahlung innerhalb 4 Wochen
    • Höhe: 3,5-6,5% je nach Bundesland
    • Unbedenklichkeitsbescheinigung wird ausgestellt

    3. Kaufpreiszahlung:

    • Erst nach Unbedenklichkeitsbescheinigung
    • Bank überweist direkt an Verkäufer
    • Dauert 1-2 Wochen

    4. Eigentumsumschreibung:

    • Notar veranlasst Eintragung ins Grundbuch
    • Sie werden offiziell Eigentümer
    • Dauert 4-8 Wochen

    5. Schlüsselübergabe:

    • Nach vollständiger Kaufpreiszahlung
    • Übergabeprotokoll erstellen
    • Zählerstände notieren
    • Schlüssel übergeben

    Teil 6: Nach dem Kauf – Die ersten Schritte als Eigentümer

    6.1 Ummeldungen und Verträge

    Sofort:

    • Strom, Gas, Wasser ummelden
    • Internet/Telefon anmelden
    • Versicherungen abschließen (Wohngebäude, Haftpflicht)
    • Adresse bei Arbeitgeber, Behörden, Banken ändern

    Innerhalb 2 Wochen:

    • Einwohnermeldeamt (neue Adresse)
    • Kfz-Zulassungsstelle (Fahrzeugschein)

    6.2 Wichtige Versicherungen

    Pflicht:

    • Wohngebäudeversicherung: Schützt vor Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser
    • Kosten: 200-600 €/Jahr je nach Wert

    Sehr empfohlen:

    • Privathaftpflicht: Schützt vor Schäden an Dritten
    • Hausratversicherung: Schützt Ihr Inventar
    • Rechtsschutzversicherung: Für Streitigkeiten (z.B. mit Nachbarn)

    Optional:

    • Elementarschadenversicherung: Hochwasser, Erdbeben (wichtig in Risikogebieten)
    • Glasversicherung: Für große Glasflächen

    6.3 Instandhaltungsrücklage

    Auch als Eigentümer müssen Sie Rücklagen bilden:

    Faustformel: 1-2 € pro m² Wohnfläche pro Monat

    Beispiel: 100 m² Wohnung = 100-200 €/Monat = 1.200-2.400 €/Jahr

    Wofür:

    • Heizungserneuerung (nach 15-20 Jahren)
    • Dacherneuerung (nach 30-40 Jahren)
    • Fassadensanierung (nach 25-35 Jahren)
    • Fensteraustausch (nach 25-30 Jahren)
    • Unvorhergesehene Reparaturen

    6.4 Steuerliche Aspekte

    Grundsteuer:

    • Jährliche Steuer für Grundbesitz
    • Höhe: Je nach Gemeinde, ca. 0,26-1% des Einheitswerts
    • Zahlung vierteljährlich

    Steuerliche Absetzbarkeit:

    • Selbstgenutzte Immobilie: Nicht absetzbar (außer Handwerkerleistungen)
    • Vermietete Immobilie: Zinsen, Instandhaltung, AfA absetzbar

    Teil 7: Häufige Fehler vermeiden

    7.1 Fehler 1: Zu wenig Eigenkapital

    Problem: Vollfinanzierungen sind teuer und riskant.

    Lösung: Sparen Sie mindestens 20-30% Eigenkapital an.

    7.2 Fehler 2: Nebenkosten unterschätzen

    Problem: Viele Käufer vergessen die Nebenkosten (9-15%).

    Lösung: Kalkulieren Sie alle Kosten ein: Grunderwerbsteuer, Notar, Makler, Renovierung, Umzug.

    7.3 Fehler 3: Zu hohe monatliche Belastung

    Problem: Die Rate ist zu hoch, es bleibt kein Puffer.

    Lösung: Maximal 40% des Nettoeinkommens für die Rate einplanen.

    7.4 Fehler 4: Zu kurze Zinsbindung

    Problem: Nach 10 Jahren können die Zinsen deutlich höher sein.

    Lösung: Wählen Sie mindestens 15 Jahre Zinsbindung.

    7.5 Fehler 5: Zu niedrige Tilgung

    Problem: Bei 1% Tilgung dauert die Rückzahlung 50+ Jahre.

    Lösung: Wählen Sie mindestens 3% Tilgung.

    7.6 Fehler 6: Emotionale Kaufentscheidung

    Problem: Sie verlieben sich in eine Immobilie und übersehen Mängel.

    Lösung: Bleiben Sie rational. Nehmen Sie eine zweite Person mit.

    7.7 Fehler 7: Keine Rücklagen

    Problem: Unvorhergesehene Reparaturen können Sie nicht bezahlen.

    Lösung: Halten Sie 10.000-20.000 € als Notfallreserve zurück.

    7.8 Fehler 8: Dokumente nicht prüfen

    Problem: Sie übersehen Mängel, Lasten oder Rechte Dritter.

    Lösung: Prüfen Sie alle Unterlagen sorgfältig. Holen Sie Expertenmeinungen ein.


    Fazit: Ein Abenteuer mit Plan

    Der Kauf der ersten Immobilie ist eine der größten finanziellen Entscheidungen Ihres Lebens. Mit einer sorgfältigen Planung, einer realistischen Einschätzung Ihrer Finanzen und einer systematischen Vorgehensweise können Sie dieses Abenteuer erfolgreich meistern.

    Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

    • ✅ Ausreichend Eigenkapital (20-30%)
    • ✅ Realistische Budgetplanung (max. 40% des Einkommens)
    • ✅ Gründliche Objektprüfung (Besichtigung, Dokumente, Gutachten)
    • ✅ Optimale Finanzierung (Vergleich von 500+ Banken)
    • ✅ Lange Zinsbindung (15-20 Jahre)
    • ✅ Hohe Tilgung (3-4%)
    • ✅ Rücklagen für Notfälle

    Nehmen Sie sich Zeit, stellen Sie Fragen und holen Sie sich Expertenrat. Das Marktumfeld 2025 mit stabilisierten Preisen und moderaten Zinsen bietet gute Bedingungen für den Einstieg. Dann steht dem Traum vom Eigenheim nichts mehr im Wege.

    Professionelle Begleitung gewünscht? WohnWert24 unterstützt Sie bei jedem Schritt Ihres Immobilienkaufs – von der ersten Bewertung über die Immobiliensuche mit lokalen Maklern bis zur optimalen Finanzierung mit Vergleich von über 500 Banken.

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    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

    Idealerweise sollten Sie 20-30% des Kaufpreises plus die Nebenkosten (9-15%) als Eigenkapital haben. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € wären das 80.000-120.000 € Eigenkapital plus 48.000 € für Nebenkosten, also insgesamt 128.000-168.000 €. Mit diesem Eigenkapital erhalten Sie die besten Konditionen. Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber deutlich teurer.

    Wie lange dauert der Immobilienkauf?

    Von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe vergehen in der Regel 6-12 Monate. Die einzelnen Phasen: Immobiliensuche (2-6 Monate), Finanzierung (2-4 Wochen), Kaufvertrag und Notar (4-6 Wochen), Eigentumsumschreibung (4-8 Wochen). Bei Neubauten kann es 1-2 Jahre dauern.

    Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?

    Die Nebenkosten betragen 9-15% des Kaufpreises und umfassen: Grunderwerbsteuer (3,5-6,5% je nach Bundesland), Notar und Grundbuch (1,5-2%), Makler (0-7,14%, meist geteilt = 3,57% pro Partei). Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das 36.000-60.000 €. Mehr Details in unserem Nebenkosten-Ratgeber.

    Brauche ich einen Makler für den Immobilienkauf?

    Ein Makler ist nicht Pflicht, kann aber sehr hilfreich sein. Vorteile: Zugang zu exklusiven Objekten, Marktkenntnisse, Verhandlungsgeschick, Zeitersparnis. Nachteile: Provision (meist 3,57% geteilt). Bei einem Kaufpreis von 400.000 € zahlen Sie 14.280 €. Nutzen Sie unseren Makler-Finder, um seriöse Makler zu finden.

    Wie finde ich die beste Baufinanzierung?

    Holen Sie Angebote von mehreren Quellen ein: Hausbank, Direktbanken, Bausparkassen und Finanzierungsvermittler. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, nicht nur den Sollzins. Achten Sie auf Zinsbindung (mind. 15 Jahre), Tilgung (mind. 3%) und Sondertilgungsmöglichkeiten. WohnWert24 vergleicht für Sie kostenlos über 500 Banken und findet die optimale Finanzierung.

    Welche Zinsbindung sollte ich wählen?

    Bei dem aktuellen Zinsniveau (3,3-3,6%) empfehlen Experten eine lange Zinsbindung von 15-20 Jahren. Der Zinsaufschlag für längere Bindungen ist mit 0,2-0,4% pro 5 Jahre relativ gering und bietet maximale Planungssicherheit. Eine Zinsbindung von nur 5-10 Jahren ist riskant. Mehr zur Zinsentwicklung 2025/2026.

    Kann ich KfW-Förderung für meinen Immobilienkauf nutzen?

    Ja, die KfW bietet zinsgünstige Förderkredite für energieeffiziente Neubauten und Sanierungen. KfW-Programm 297/298: Bis zu 150.000 € zu 0,01-0,5% Zinsen. Das kann mit Ihrer normalen Baufinanzierung kombiniert werden und senkt Ihren durchschnittlichen Zinssatz erheblich. Mehr in unserem KfW-Ratgeber.

    Was passiert, wenn ich die Raten nicht mehr zahlen kann?

    Wenn Sie die Raten nicht mehr zahlen können, sollten Sie sofort Ihre Bank kontaktieren. Mögliche Lösungen: Stundung (vorübergehende Aussetzung), Tilgungssatzwechsel (niedrigere Rate), Verkauf der Immobilie. Im schlimmsten Fall droht die Zwangsversteigerung. Deshalb ist es wichtig, konservativ zu planen und Rücklagen zu haben.


    Weiterführende Ratgeber


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