Nebenkosten beim Immobilienkauf: Kompletter Überblick für Deutschland 2026

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    Alle Nebenkosten beim Immobilienkauf im Detail: Grunderwerbsteuer, Notar, Makler, versteckte Kosten. So kalkulieren Sie richtig.

    12 Min. Lesezeit
    19.9.2025

    Stand: 08. Dezember 2025 | Autor: Manus AI für WohnWert24

    Sie haben Ihre Traumimmobilie gefunden und der Kaufpreis scheint machbar? Herzlichen Glückwunsch! Doch bevor Sie den Champagner öffnen, müssen Sie einen entscheidenden, oft unterschätzten Faktor in Ihre Kalkulation einbeziehen: die Kaufnebenkosten. Diese zusätzlichen Ausgaben können den Gesamtpreis Ihrer Immobilie um bis zu 15% in die Höhe treiben und müssen in der Regel vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden. In diesem umfassenden Ratgeber schlüsseln wir alle Nebenkosten detailliert auf, zeigen Ihnen, wo Sie sparen können und wie Sie Ihre Finanzen realistisch planen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Höhe der Nebenkosten: Planen Sie zusätzlich zum Kaufpreis etwa 9% bis 15% für Nebenkosten ein. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € sind das zwischen 36.000 € und 60.000 €.
    • Hauptkostenblöcke: Die größten Posten sind die Grunderwerbsteuer, die Notar- und Grundbuchkosten sowie eine eventuelle Maklerprovision.
    • Eigenkapital erforderlich: Die meisten Banken finanzieren die Nebenkosten nicht mit. Sie müssen diese also aus eigenen Mitteln aufbringen. Mehr zur Finanzierung ohne Eigenkapital finden Sie in unserem Spezial-Ratgeber.
    • Regionale Unterschiede: Die Höhe der Nebenkosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer, variiert stark je nach Bundesland.
    • Für Einsteiger: Lesen Sie auch unseren kompletten Leitfaden für den Kauf der ersten Immobilie.
    • Kostenlose Budgetberatung: Nutzen Sie die Finanzierungsrechner von WohnWert24, um Ihr Budget präzise zu planen.

    Die Kaufnebenkosten im Detail: Eine vollständige Übersicht

    Die Nebenkosten setzen sich aus mehreren obligatorischen und optionalen Posten zusammen. Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung:

    1. Grunderwerbsteuer: Der größte Posten

    Die Grunderwerbsteuer ist eine einmalige Steuer, die beim Kauf eines Grundstücks oder einer Immobilie fällig wird. Ihre Höhe ist der entscheidende Faktor für die Gesamtnebenkosten und wird von den Bundesländern individuell festgelegt.

    Aktuelle Grunderwerbsteuersätze 2025 nach Bundesland:

    Bundesland Steuersatz 2025 Beispiel bei 400.000 € Kaufpreis
    Baden-Württemberg 5,0% 20.000 €
    Bayern 3,5% 14.000 €
    Berlin 6,0% 24.000 €
    Brandenburg 6,5% 26.000 €
    Bremen 5,0% (ab 01.07.2025: 5,5%) 20.000 € (danach 22.000 €)
    Hamburg 5,5% 22.000 €
    Hessen 6,0% 24.000 €
    Mecklenburg-Vorpommern 6,0% 24.000 €
    Niedersachsen 5,0% 20.000 €
    Nordrhein-Westfalen 6,5% 26.000 €
    Rheinland-Pfalz 5,0% 20.000 €
    Saarland 6,5% 26.000 €
    Sachsen 5,5% 22.000 €
    Sachsen-Anhalt 5,0% 20.000 €
    Schleswig-Holstein 6,5% 26.000 €
    Thüringen 5,0% 20.000 €

    Spartipp: In Bayern zahlen Sie bei einem Kaufpreis von 400.000 € ganze 12.000 € weniger Grunderwerbsteuer als in Brandenburg oder NRW. Bei der Immobiliensuche in Grenzregionen kann sich ein Blick ins Nachbarbundesland also lohnen.

    2. Notar- und Grundbuchkosten: Unvermeidbare Gebühren

    Der Kauf einer Immobilie muss in Deutschland notariell beurkundet werden. Der Notar setzt den Kaufvertrag auf, klärt beide Parteien über die rechtlichen Konsequenzen auf und veranlasst die Eintragung ins Grundbuch. Diese Kosten sind gesetzlich festgelegt und für alle Käufer gleich.

    • Höhe: Rechnen Sie mit etwa 1,5% bis 2,0% des Kaufpreises.
    • Aufteilung: ca. 1,0% für den Notar und ca. 0,5% für die Grundbuchgebühren.
    • Beispiel: Bei 400.000 € Kaufpreis fallen hierfür ca. 6.000 € bis 8.000 € an.

    Diese Kosten umfassen die Beurkundung des Kaufvertrags, die Eintragung der Auflassungsvormerkung (Sicherung des Käufers) und die endgültige Eigentumsumschreibung im Grundbuch.

    3. Maklerprovision: Verhandelbar, aber oft signifikant

    Wird die Immobilie über einen Makler vermittelt, fällt eine Provision an. Seit der Gesetzesänderung von 2020 wird diese in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

    • Höhe: Die Gesamtprovision liegt meist zwischen 5,95% und 7,14% des Kaufpreises (inkl. MwSt.). Der Käuferanteil beträgt somit ca. 2,98% bis 3,57%.
    • Beispiel: Bei 400.000 € Kaufpreis und einer geteilten Provision von 6% (also 3% für den Käufer) sind das 12.000 €.
    • Spartipp: Suchen Sie gezielt nach provisionsfreien Immobilien, die direkt vom Eigentümer verkauft werden. Dies ist die größte Stellschraube, um die Nebenkosten zu senken.

    Beispielrechnung: Was kostet ein Hauskauf wirklich?

    Nehmen wir an, Sie kaufen eine Immobilie für 400.000 € in Niedersachsen mit Hilfe eines Maklers.

    Kostenpunkt Prozentsatz Betrag
    Kaufpreis - 400.000 €
    Grunderwerbsteuer (5,0%) 5,0% 20.000 €
    Notar- & Grundbuchkosten (ca. 1,5%) 1,5% 6.000 €
    Maklerprovision (Käuferanteil 3,0%) 3,0% 12.000 €
    Summe Nebenkosten 9,5% 38.000 €
    Gesamtkosten - 438.000 €

    In diesem Beispiel müssen Sie 38.000 € an Nebenkosten aus Ihrem Eigenkapital finanzieren, bevor die eigentliche Kredittilgung beginnt.

    Tipp: Berechnen Sie Ihre individuellen Nebenkosten mit dem kostenlosen Nebenkostenrechner von WohnWert24.

    Versteckte Kosten: Woran Sie außerdem denken sollten

    Neben den drei großen Blöcken gibt es weitere Kosten, die oft übersehen werden:

    • Gutachterkosten: Wenn Sie den Zustand der Immobilie von einem Experten prüfen lassen möchten (sehr zu empfehlen!), kostet ein Gutachten zwischen 500 € und 2.500 €.
    • Finanzierungskosten: Einige Banken verlangen Bereitstellungszinsen, wenn Sie den Kredit nicht sofort abrufen. Auch die Kosten für die Eintragung der Grundschuld gehören hierzu. Ein Finanzierungsvergleich hilft, versteckte Kosten zu vermeiden.
    • Umzugskosten: Ein professionelles Umzugsunternehmen kann schnell mehrere Tausend Euro kosten.
    • Renovierungs- und Modernisierungskosten: Selten ist eine Bestandsimmobilie perfekt. Planen Sie ein Budget für Malerarbeiten, neue Böden oder eine neue Küche ein.
    • Laufende Kosten: Nach dem Kauf kommen Grundsteuer, Müllgebühren, Versicherungen und Rücklagen für Instandhaltungen auf Sie zu.

    Fazit: Sorgfältige Planung ist alles

    Die Kaufnebenkosten sind ein erheblicher finanzieller Brocken, der den Traum vom Eigenheim schnell platzen lassen kann, wenn er nicht von Anfang an realistisch eingeplant wird. Kalkulieren Sie konservativ, legen Sie ausreichend Eigenkapital zur Seite und informieren Sie sich genau über die spezifischen Kosten in Ihrem Bundesland. Eine transparente und ehrliche Finanzplanung ist der Grundstein für einen erfolgreichen und sorgenfreien Immobilienkauf.

    Professionelle Unterstützung bei der Finanzplanung gewünscht? Die Experten von WohnWert24 helfen Ihnen, Ihr Budget realistisch zu kalkulieren und die optimale Finanzierung zu finden. Mit einem Vergleich von über 500 Banken sichern Sie sich die besten Konditionen. Kostenlose Beratung anfragen oder direkt anrufen: 0511/51532470


    Referenzen

    [1] Finanz-Tools. (2025). Grunderwerbsteuer 2025 - alle Bundesländer in Deutschland. Abgerufen von https://www.finanz-tools.de/grunderwerbsteuer/bundeslaender-tabelle

    [2] Neubaukompass. (2025, September 3). Im Check: Alle Nebenkosten beim Immobilienkauf 2025. Abgerufen von https://www.neubaukompass.de/blog/im-check-alle-nebenkosten-beim-immobilienkauf-2025/

    [3] Mehrwertsteuerrechner.de. (2025). Nebenkostenrechner für den Hauskauf 2025 mit Tabelle. Abgerufen von https://www.mehrwertsteuerrechner.de/rechner/nebenkostenrechner/


    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie finde ich einen guten Immobilienmakler?

    Achten Sie auf Erfahrung, lokale Marktkenntnisse, Referenzen und Transparenz. Ein guter Makler sollte Ihnen eine kostenlose Erstberatung anbieten und seine Vermarktungsstrategie offen legen. Nutzen Sie unseren Makler-Finder für einen Vergleich.

    Wie hoch ist die Maklerprovision?

    Die Maklerprovision beträgt in der Regel 5,95-7,14% des Kaufpreises (inkl. MwSt.). Seit 2020 wird diese Provision zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, sodass jede Partei 2,975-3,57% zahlt.

    Brauche ich wirklich einen Makler?

    Ein Makler ist nicht Pflicht, aber in den meisten Fällen sehr empfehlenswert. Studien zeigen, dass Immobilien mit Makler im Durchschnitt 5-15% höhere Preise erzielen und deutlich schneller verkauft werden.

    Wie lange dauert ein Immobilienverkauf?

    Die durchschnittliche Verkaufsdauer liegt bei 3-6 Monaten vom ersten Inserat bis zur Schlüsselübergabe. Mit einem professionellen Makler, realistischer Preisgestaltung und guter Vorbereitung kann die Dauer verkürzt werden.

    Was kostet eine Immobilienbewertung?

    Eine professionelle Immobilienbewertung durch die WohnWert GmbH ist kostenlos und unverbindlich. Sie erhalten eine fundierte Einschätzung des Marktwerts Ihrer Immobilie ohne versteckte Kosten.

    Welche Unterlagen benötige ich für den Verkauf?

    Für einen reibungslosen Verkauf benötigen Sie: Grundbuchauszug, Energieausweis, Bauzeichnungen und Grundrisse, Wohnflächenberechnung, Nachweise über Sanierungen. Ihr Makler unterstützt Sie bei der Beschaffung.

    Kann ich meine Immobilie auch ohne Makler verkaufen?

    Ja, ein Privatverkauf ist möglich. Allerdings ist der Aufwand erheblich und das Risiko, unter Wert zu verkaufen, ist hoch. Die eingesparte Provision wird oft durch einen niedrigeren Verkaufspreis und hohe Zeitkosten aufgewogen.

    Wie wird der Wert meiner Immobilie ermittelt?

    Der Wert wird durch verschiedene Verfahren ermittelt: Vergleichswertverfahren (Vergleich mit ähnlichen Objekten), Sachwertverfahren (Neubaukosten minus Abnutzung) oder Ertragswertverfahren (bei vermieteten Objekten). Ein erfahrener Makler kombiniert diese Methoden.


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